Spielplan

Die zweite Prinzessin

Datum: 2.Oktober.2015 | 18:00Uhr

Ort: Theater der jungen Welt

ORGINALE – Karlheinz Stockhausen Musiktheater

Datum: 13.Juni.2015 | 20:00 Uhr

Ort: Staatsoper im Schillertheater - Werkstatt

Der überaus starke Willibald

Datum: 18.April.2015 | 17:00 Uhr

Ort: Theater der jungen Welt -Leipzig

LOOP.LOOP. – Die Deadline

Datum: 29.Oktober.2014 | 20:00 Uhr

Ort: bat-Studiotheater

Die Abschaffung der Arten

Datum: 3.Juni.2014 | 19:00 Uhr

Ort: Theater an der Parkaue

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„ Normalerweise wache ich morgens zwischen sieben und acht als eine etwa ein Meter zweiundsiebzig große Frau auf. Ich wiege etwa fünfundsechzig Kilo und habe volles schwarzes Haar. Ich nehme ständig eine andere körperliche Form an. Zeitpunkt und Art der Verwandlung kann ich nicht beeinflussen. Ich bleibe allerdings immer eine Frau, soviel ist sicher, und meistens behalte ich auch mein biologisches Alter, aber es kann auch vorgekommen, dass das Alter springt.“
Roland Schimmelpfennig


Vor vier Jahren im Winter habe ich an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin begonnen, zeitgenössische Puppenspielkunst zu studieren. Auf dem Weg zur U-Bahn konnte es geschehen, dass ich mich verändere. Ich selbst bemerkte die Verwandlung gar nicht, erst als ich unter der Regie von Claudia Bauer „Die Abschaffung der Arten„ im Theater an der Parkaue spiele, fällt mir auf, dass ich jemand ganz anderes bin als heute früh nach dem Aufstehen. Erst eine Schauspielerin, dann eine Maske und zum Schluss eine Puppe. Kurz davor saß ich noch im Abendkleid auf einem Pferdesattel und habe um mein Leben „Text“ gebrüllt. Gemeinsam mit einem Team bestehend aus Réne Pollesch, den Regie- und Schauspielstudenten und einer Menge Text.

Ich mache mich auf den Weg zur Werkstatt der Staatsoper im Schillertheater. Ich komme aus der U-Bahnstation und stehe vor dem Eingang zum Festival für neues Musiktheater. Dieses Mal spüre ich, wie sich die Verwandlung vollzieht, mein Körper doppelt sich und mein Puppenzwilling verlangt an Körpereinsatz einiges von mir ab. Ich spreche, schnell, langsam, leise und laut und am Ende weiß ich nicht mehr ob ich die Puppe oder die Puppe die Schauspielerin ist und wer ist eigentlich diese Ich.

Plötzlich bin ich auf dem Weg nach Leipzig, zu Gast im Theater der Jungen Welt um dort mit Christian Georg Fuchs „Der überaus starken Willibald“ zu spielen. Und es kündigt sich für den Winter „Die zweite Prinzessin“ unter der Regie von Franziska Ritter an.

Jetzt ist aber erst mal Schichtwechsel. Ich trage die blaue Dienstuniform der Zugfahrer und fahre zurück nach Berlin. Um halb sechs bin ich zu Hause. Ich schließe die Wohnung auf und blicke in den Spiegel. Vor mir steht eine etwa ein Meter achtundsechzig große Frau mit blonden Haaren.